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    Das schmutzige Geheimnis des Kapitalismus bzw. der freien Marktwirtschaft
   In welchem Maße sich Gewalt und Erpressung tatsächlich unterscheiden?
 
 
Was haben wir denn von der Zerstörung der Aristokratie der Adeligen gewonnen, wenn sie nachher wieder von einer Aristokratie der Reichen ersetzt wird.
 
  Einer der radikalsten Führer (Jakobiner) der Französischen Revolution Jean Paul Marat        
 
Was man getan hat, das tut man hernach wieder, und es geschieht nichts Neues unter der Sonne.
 
  Prediger 1, 9. Bibel        

Es gilt fast als selbstverständlich, dass die Gesellschaft, in der die herrschende Klasse mit Gewalt regiert viel inhumaner ist, als diejenige, die durch Erpressung herrscht. Eine solche Verallgemeinerung ist jedoch oberflächlich und im Grunde falsch. Der große deutsche Philosoph Schopenhauer, einer also der für deutsche Verhältnisse eine individualistische und liberale Position vertrat, hat dies folgendermaßen erfasst:

    Zwischen Leibeigenschaft, wie in Rußland, und Grundbesitz, wie in England, und überhaupt zwischen dem Leibeigenen und dem Pächter, Einsassen, Hypothekenschuldner u.dgl.m., liegt der Unterschied mehr in der Form, als in der Sache. Ob mir der Bauer gehört, oder das Land, von welchem er sich nähren muß; der Vogel, oder sein Futter; die Frucht oder der Baum; ist im Wesentlichen wenig verschieden; wie denn auch Shakespeare den Shylok sagen läßt:
    You take my life, When you do take the means, whereby I live.
    (Mein Leben nimmst du, wenn du mir die Mittel nimmst, wodurch ich lebe.)
    Der freie Bauer hat zwar Dies voraus, daß er davon gehn kann, in die weite Welt; wogegen der leibeigene und glebae adscriptus den vielleicht größeren Vortheil hat, daß, wenn Miß wachs, Krankheit, Alter und Unfähigkeit ihn hülflos machen, sein Herr für ihn sorgen muß: daher schläft er ruhig, während, bei Miß wachs, der Herr sich auf dem schlaflosen Lager wälzt, auf Mittel sinnend, seinen Leibeigenen Brod zu schaffen. Ein anderer Vorzug des Freien ist die Möglichkeit, sich durch etwanige Talente in einen bessern Zustand zu versetzen: aber ganz benommen ist diese dem Sklaven auch nicht. Wird er durch Leistungen höherer Art seinem Herrn werth; so wird er auch danach behandelt; wie denn in Rom die Handwerker, Fabrikvorsteher, Architekten, ja die Aerzte, meistens Sklaven waren, und auch noch jetzt in Rußland es große Banquiers geben soll, die Leibeigene sind. Auch kann der Sklave, in Folge seines Erwerbs, sich frei kaufen, wie in Amerika oft geschieht.
    Armuth und Sklaverei sind also nur zwei Formen, fast möchte man sagen zwei Namen, der selben Sache, deren Wesen darin besteht, daß die Kräfte eines Menschen großentheils nicht für ihn selbst, sondern für Andere verwendet werden; woraus für ihn theils Ueberladung mit Arbeit, theils kärgliche Befriedigung seiner Bedürfnisse hervorgeht.

Warum hat man trotzdem das Gefühl, die direkte Gewalt sei etwas unvergleichbar Schlimmeres als die Erpressung? Vor allem deshalb, weil die unbeschränkte Gewalt auch Folter mit einschließt bzw. nicht ausschließt. Der Erpresser dagegen kann seinem Opfer nichts Schlimmeres antun, als es verhungern lassen. Das ist in der Tat kein geringer Unterschied. Was sagen nun die historischen Tatsachen dazu? Schauen wir uns zum Beispiel die damalige Sklaverei in den Südstaaten der USA an.

Zuverlässige Untersuchungen bezeugen, dass die schwarzen Sklaven kaum niedrigere Einkommen für die von ihnen erbrachten Leistungen bezogen haben als die Lohnarbeiter im industriell entwickelten Norden, und dass ihre Lebenserwartung diejenige der freien städtischen Industriearbeiter - sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa - übertroffen hat. (Vrg. Robert W. Fogel und Stanley L. Engerman, Time on the Cross: The Economics of American Negro Slavery, Boston, 1974.) Bei einer niedrigeren Produktivität der Sklavenwirtschaft bedeutete dies, dass die Sklaven mit einer relativ niedrigeren Mehrwertsrate „exploitiert“ wurden als die freien Lohnarbeiter, um den bekannten Ausdruck von Marx zu verwenden. Wie lässt sich dies erklären?

Ein Sklavenhalter betrachtet seine Sklaven als sein Eigentum, dessen Wert er erhalten will. Sie sind seine Investitionen, um die man sich natürlich kümmert. Der freie Arbeiter ist es nicht: Es spricht also nichts dagegen, diesen wie eine Zitrone auszupressen und dann weg zu schmeißen. Die Sklaven sind für den Sklavenhalter nicht weniger wertvoll als etwa seine Nutztiere. Und wie geht z.B. ein Bauer mit seinen Nutztieren um? Abgesehen von den psychisch kranken Bauern, also den Sadisten, mögen sie ihre Nutztiere und sorgen für sie so gut es nur geht. Wer das Leben auf dem traditionellen Dorf ein bisschen kennt, der weiß, dass der Bauer manchmal weint, wenn sein Tier krank ist und Schmerzen leidet. Der sensible Bauer bittet das Tier um Verzeihung, bevor er es schlachtet. Für die Bauern, die Tiere auf dem Fließband produzieren und vor allem für die landwirtschaftlichen Unternehmer, die Lohnarbeiter für sich produzieren lassen, würde man dies vielleicht nie vorfinden. Man könnte sagen, ohne zynisch zu sein, dass dem Tier dies völlig egal ist. Gewiss! Aber es geht uns hier nicht um die Tiere, sondern um uns, Menschen, und unsere Institutionen bzw. politische Systeme. Und da stellen wir fest, dass die moderne oder kapitalistische Ordnung keine ist, die zu mehr Ethos und Humanismus beiträgt - sie baut sie eher ab.

Trotzdem können wir zur Verteidigung des Kapitalismus anbringen, dass die Verhältnisse, die auf der Gewalt beruhen, prinzipiell nicht vor brutalen Praktiken schützen können. Es musste den Sklaven und den Leibeigenen, die sadistisch gesinnten Herren dienen mussten, bestimmt sehr schlecht ergehen. Aber ist Aushungern eine so harmlose Angelegenheit? Ist sie so etwas wie ein Kavaliersdelikt? Nein, ein Mensch stirbt - weiß Gott - nicht so einfach. Nimmt man einem das Mittel weg, wodurch er lebt, verliert er nacheinander alles, was seine Identität und seine menschliche Würde ausmacht. Wie dies konkret aussieht, lässt sich an den „amerikanischen Verhältnissen“ gut studieren. Die USA sind bekanntlich eine Gesellschaft, die freier ist als alle anderen, in der also die soziale Macht hauptsächlich auf der Erpressung beruht. Fällt nun einer aus dem ökonomischen System aus und wird mittellos, verliert er seinen Status, seine Ehre, seinen Einfluss, seine Selbstachtung, Selbstverwirklichung, soziale Bindungen, ... Dann zerfällt die Familie und man landet auf der Straße. Irgendwann erwischt ihn eine Krankheit, die er nicht kurieren kann, weil ihm dafür die Mittel fehlen und er beginnt qualvoll zu sterben. Unter Umständen kann es aber lange dauern, bis ihn der Tod von allen Leiden befreit. Wenn dann dieser arme Teufel aus der Verzweiflung nach Alkohol und Drogen greift, sind wir - feine, vornehme und edle Seelen - schnell mit dem Urteil bei der Hand, dass er sich das ganze Elend selber zuzuschreiben habe.

Nein, es macht keinen Spaß, auf Raten zu sterben. Aber dem zu trotz, wenn man Verhungern mit den härtesten Torturen vergleicht, welche Sklaven und Leibeigene unter Umständen erleiden, würde man das Verhungern den Torturen bevorzugen. Es gibt sicher einen Unterscheid zwischen ihnen, besonders groß muss er nicht unbedingt sein. Der Abstand, zwischen den Folgen der Gewalt und der Erpressung - Schopenhauer hat es also richtig festgehalten - kann also nicht wesentlich sein.

Wenn man herausfinden will, ob die Herrschaft durch Gewalt schlimmer als die durch Erpressung ist, kann man jedoch nicht alleine mit individuellen Schicksalen argumentieren, und daraus urteilen. Es reicht nämlich nicht aus, herauszufinden, in welchem dieser zwei Systeme es dem Menschen in extremen Situationen qualvoller ergehen würde, und dieses als schlimmer zu verurteilen. Es muss auch berücksichtigt werden, wie oft das Schlimme in einem bzw. dem anderem System passiert, und wie viele Mitglieder der Gesellschaft davon betroffen sind. Quantität ist bei den soziologischen Analysen genauso wichtig wie Qualität.

Man kann im Allgemeinen davon ausgehen, dass ein rational handelnder Herr, einer den man als homo oeconomicus bezeichnen kann, auf Gewalt verzichten wird, sobald sich der Sklave oder Leibeigene gefügig macht. Das Problem bleiben die psychisch kranken Menschen. Gibt es aber viele von ihnen? Die Erfahrung aus dem Dritten Reich würde dies auf den ersten Blick bestätigen. Hier muss aber eindringlich darauf aufmerksam gemacht werden, dass so etwas in der Geschichte nicht oft vorkam. Außerdem war diese humanitäre Katastrophe nur in einem totalitären politischen System möglich, in dem Brutalität und Verbrechen zum öffentlich propagierten Ziel erklärt worden sind und in dem Härte und Hass schon in den Schulen eingepflanzt worden sind. Wir können also davon ausgehen, dass unter nicht extremen Umständen nur eine geringe Zahl von Menschen richtige Bösewichte sind. Deshalb kann auch die Zahl ihrer Misstaten und Opfer nicht allzu groß sein. Wie sieht es aber bei der sozialen Erpressung aus?

Die Erpressung durch Besitz der Produktionsmittel zeichnet sich dadurch aus, dass der Besitzer in keinem direkten Kontakt mit seinen Opfern steht. Folglich muss er keine beschädigte Psychologie und keine degenerierte Seele haben, um andere verhungern zu lassen. Das einzige was er braucht, ist ein wenig Mühe, sich nicht zu erkundigen. Also fähig sein wegzuschauen. Er sollte nicht wissen wollen, wie viele Existenzen er vernichtet hat. Und weil sich der Reichtum unbeschränkt vermehren lässt, kann ein einziger Kapitalbesitzer eine sehr große Zahl von Menschen ins Unglück stürzen.

Wenn jemand reich ist und nicht die Folgen seines Reichtums sehen will, hat er auch andere Möglichkeiten, sich ein reines Gewissen zu verschaffen. Er kann sich umkreisen lassen von korrupten „Wissenschaftlern“, die ihm dann erzählen, was er gerne hört. In unserer Zeit sind diese korrupten „Wissenschaftler“ diejenigen, die den Managern und den Wirtschaftsbossen erzählen, dass sie die Menschen nicht feuern, sondern freistellen. Die Menschen werden also in die Freiheit entlassen. Außerdem werden nicht alle entlassen, sondern hauptsächlich diejenigen, die es angeblich wirklich verdient haben - die nicht leistungswilligen. Folglich seien diese für ihr Unglück selber verantwortlich. Ist doch jeder seines Schicksals Schmied! Diese korrupten „Wissenschaftler“ legen der Klasse der Kapitalbesitzer natürlich auch Theorien vor, die „exakt“ nachweisen, dass eine unfreiwillige Arbeitslosigkeit gar nicht möglich ist. Wir erinnern uns etwa daran, dass die prominenten Neoliberalen während der Großen Depression wirklich sakrosankt behauptet haben, bei der Massenarbeitslosigkeit handele es sich nicht um die Probleme der Marktwirtschaft selbst, sondern man hätte mit einem „plötzlichen Anfall einer ansteckenden Faulheit“ zu tun. Zu diesen „Wirtschaftswissenschaftlern“ gehörten z.B. Mises, Hayek und Schumpeter. Sie sind immer noch die Hauptpropheten der heute herrschenden neoliberalen Lehre, die auch die Grundlage der Globalisierung ist.

Die neoliberale (ökonomische) Lehre ist natürlich nicht die einzige „wissenschaftliche“ Theorie, die auf dem Hofe der kapitalistischen Macht von prostituierten Experten ausgedacht wurde. Erwähnen wir hier nur noch den Sozialdarwinismus und die Überbevölkerungstheorie. Wir werden sie im Nachhinein thematisieren. Jetzt fassen wir das bereits Gesagte zusammen. Fangen wir an mit einem Zitat von Alexis de Tocqueville (1805 - 1859), der das Entstehen des Kapitalismus in den USA in seinem berühmten Buch Über die Demokratie in Amerika niedergeschrieben hat:

    Nicht nur sind die Reichen untereinander nicht fest verbunden, sondern man kann sagen, daß kein wirkliches Band zwischen dem Armen und dem Reichen besteht. ...
    Der Fabrikant verlangt vom Arbeiter nur seine Arbeit, und der Arbeiter verlangt vom ihm nur den Lohn. Diese zwei Menschen sehen sich in der Fabrik und kennen sich anderswo nicht; und während sie sich an einem Punkte berühren, sind sie an allen anderen weit voneinander entfernt. ...
    Die landbesitzende Aristokratie der vergangenen Zeitalter war durch das Gesetz verpflichtet oder Glaubte sich durch die Sitten gehalten, ihren Dienern zu Hilfe zu kommen und ihre Not zu lindern. Die Aristokratie der Fabrikanten unserer Tage jedoch überlässt die Menschen, nachdem sie sie in ihrem Dienst elend und stumpf gemacht hat, in Krisenzeiten der öffentlichen Wohltätigkeit, um sie zu ernähren. ... Zwischen dem Arbeiter und dem Herrn gibt es häufige Beziehungen, aber keine wirkliche Gemeinschaft. ...
    Das Bild, das die amerikanische Gesellschaft bietet, ist, wenn ich so sagen darf, von einer demokratischen Farbschicht bedeckt, unter der man hin und wieder die alten aristokratischen Farben durchschmieren sieht. ...
    Im Ganzen genommen ist, glaube ich, die Aristokratie der Fabrikanten, die wir vor unseren Augen erstehen sehen, eine der härtesten, die auf Erden erschienen ist.

Was ist also die kapitalistische Ordnung? Sie ist eine, in der der Kapitalist das Böse verursacht, ohne wirklich etwas tun zu müssen. Er braucht sich also nie mit einem schlechten Gewissen plagen. Der Tyrann muss sich dagegen anstrengen, das Böse zu tun, und deshalb zu der Art von Menschen gehören, die kein Gewissen kennen. Soll es dann jemanden wundern, dass in der kapitalistischen Ordnung die Massenarbeitslosigkeit und das Elend der Menschen so wenig Verständnis und Mitleid hervorruft?

Der Beweis, wie brutal die Herrschaft ist, die auf der Gewalt beruht, sollte angeblich der Kommunismus bieten. Was hat man uns schon alles über das Leben in den kommunistischen Gesellschaften nicht erzählt? Was davon ist aber Wahrheit?

Die Kommunisten sind bekanntlich mit dem moralischen Anspruch angetreten, jedem Menschen einen Lebensstandard zu ermöglichen, der nicht wesentlich unter dem Durchschnitt liegt. So wie alle Moralisten - die gern auf die Ratio verzichten und aus der Geschichte nicht lernen wollen - haben auch sie auf eine vollständige Wandlung der menschlichen Natur gesetzt. Einen neuen Menschen gibt es aber nicht. Der reale Mensch bleibt vor allem ein homo oeconomicus, unabhängig unter welchen Institutionen er lebt. Er versucht seinen eigenen Nutzen zu maximieren und die Leistung zu minimieren. Wenn er den Nutzen nicht vergrößern kann, versucht er folglich die Leistung, so wie es nur geht, zu minimieren. Man bezeichnet dieses Verhalten in der Soziologie als „free rider“ oder „Trittbrettfahrer“. Was konnten nun die russischen Bolschewiki tun, nachdem sich „der neue Mensch“ abgemeldet hat und der „herkömmliche“ Mensch den hochgesteckten moralischen Ansprüchen nicht gewachsen ist? Und dies auch noch in einer Situation, in der es nichts zu verteilen gab - nämlich in einem durch Bürgerkrieg verwüsteten Land. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als die Gewalt zum legitimen Mittel zu erheben. Und was hat das gebracht?

Die Schätzungen dafür, wie viele Menschenleben die sowjetischen Lager genommen haben, unterscheiden sich, man kann aber real mit einigen Millionen rechnen. Waren es zu viele? Es hängt von dem Maßstab ab und der Maßstab kann nur die Geschichte liefern. Wir müssen also vergleichen. Nehmen wir Indien als Beispiel. Wenn man sich die offiziellen Statistiken der kolonialen Zeit anschaut, würde man schnell über 20 Millionen verhungerte Inder zählen. Und was hat dies Indien gebracht? Es blieb so rückständig wie davor. Also nichts. Stalin hat aber das rückständige Russland im Schnelltempo industrialisiert. Danach konnten die Kommunisten auf die reine Gewalt immer mehr verzichten. Einer der berühmtesten amerikanischen Ökonomen des vorigen Jahrhunderts John. K. Galbraith schrieb dazu Folgendes:

    Entsprechend wurde auch in weiten Kreisen die Ansicht vertreten, die Sowjetunion hatte in der Vergangenheit erhebliche Vorteile daraus gezogen, daß sie in der Lage war, Leistungen zu erzwingen. ... Die Auflösung dieser Lager durch Chruschtschow hielt man größtenteils für ein Zugeständnis an zivilisiertere Methoden und nicht für eine wirtschaftliche Maßnahme. Doch scheinen kaum jemals die Arbeitskräfte eines solchen Lagers in der modernen Industrie eingesetzt worden zu sein. Sie lagen zumeist in einsamen Gegenden; die Insassen wurden zur Rodung, zu Forst-, Bergbau- und Straßenbauarbeiten eingesetzt; die Arbeitsleistung war höchstwahrscheinlich gering. Die Schließung der Arbeitslager machte den Einsatz ihrer Insassen und deren Bewacher in produktiveren Unternehmen möglich. Die Gewinne müssen ganz beträchtlich gewesen sein. ... Ansonsten arbeiten überall in der Sowjetunion die Menschen für Bezahlung und können ihren Arbeitsplatz nach Belieben wechseln.

Nachdem es in Russland etwas zu verteilen gab, konnte man also die negative Motivation durch positive ersetzen. Sie ist nicht nur humaner, sondern auch effizienter. Aber dies alleine konnte nicht für eine effiziente Ordnung ausreichen, so dass der Kommunismus an der ökonomischen Uneffizienz zugrunde ging, nicht an der Unmenschlichkeit und Unfreiheit. Mehr darüber später.

Abschließend noch eine Bemerkung: Wenn man die negativen Folgen des Kommunismus mit den abstrakten moralischen Idealen vergleicht, war der Kommunismus wirklich das Reich des Bösen. Auch wenn man die guten Seiten des Kapitalismus mit den dunklen Seiten des Kommunismus vergleicht, war der Letztere ebenfalls das Reich des Bösen. Bei allen anderen Vergleichen kann man den Kommunismus als eine historisch „völlig normale Ordnung“ betrachten. Außerdem, wie oben bereits erörtert, war er nur eine Folge des Kapitalismus - eine falsche Medizin, um die Krankheiten des Kapitalismus zu heilen.

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